Bronchoskopie

Husten, Nasenausfluss, Atemgeräusche oder eine angestrengte Atemtätigkeit sind mögliche Anzeichen für Erkrankungen der Atemwege. Um die Ursache genauer abzuklären, kann eine Bronchoskopie äußerst wertvolle Informationen liefern.

Mit unserem mobilen Bronchoskop können wir die Atemwege Ihres Pferdes direkt vor Ort untersuchen.
Dazu wird das Endoskop am stehenden, sedierten Tier über den unteren Nasengang und den Kehlkopf bis in die Luftröhre und die Aufzweigung der Hauptbronchien eingeführt. So können wir die Schleimhäute beurteilen, Veränderungen erkennen und beispielsweise die Menge und Beschaffenheit von Sekret in den Atemwegen genauer einschätzen sowie Sekretproben zur weiteren Diagnostik entnehmen.
Im Rahmen einer bronchoalveolären Lavage (BAL) wird zusätzlich eine kleine Menge steriler Flüssigkeit in einen tieferen Bereich der Lunge eingebracht und anschließend wieder abgesaugt. Die dabei gewonnenen Zellen und Bestandteile werden in einem darauf spezialisierten Labor untersucht und liefern wertvolle Hinweise in Bezug auf Ursache und Ausmaß der Erkrankung sowie mögliche Therapieoptionen

Insbesondere die Kombination aus endoskopischer Untersuchung und einer BAL ermöglicht eine umfassende Beurteilung der Atemwege und eine gezielte und auf Ihr Pferd angepasste Therapie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Bronchoskopie?

Eine Bronchoskopie bezeichnet die endoskopische Untersuchung der Nasengänge, des Rachens und des Kehlkopfes, der Luftröhre sowie der Aufzweigung der Hauptbronchien. Ein Endoskop ist ein flexibler Schlauch, der mit einer Kamera sowie einem Arbeitskanal für beispielsweise Probenentnahmen ausgestattet ist.

Wann ist eine Bronchoskopie sinnvoll?

Eine Bronchoskopie kann sinnvoll sein, wenn Ihr Pferd wiederkehrenden oder anhaltenden Husten zeigt, insbesondere wenn die Ursache bisher nicht eindeutig festgestellt werden konnte. Auch bei auffälligen Atemgeräuschen, Nasenausfluss oder einer verminderten Leistungsfähigkeit kann eine weiterführende Untersuchung der Atemwege hilfreich sein.

Darüber hinaus kann eine Bronchoskopie empfohlen werden, wenn eine bereits eingeleitete Behandlung nicht den gewünschten Erfolg zeigt. Mithilfe der Untersuchung können die Atemwege direkt beurteilt und mögliche Veränderungen genauer diagnostiziert werden. Dadurch lässt sich die weitere Behandlung gezielt auf die individuellen Befunde Ihres Pferdes abstimmen.

Wo wird die Bronchoskopie durchgeführt?

Dank unseres mobilen Bronchoskops können wir die Untersuchung bequem bei Ihnen am Stall durchführen. Voraussetzung ist lediglich ein Stromanschluss vor Ort.

Wie läuft eine Bronchoskopie ab?

Am Tag der Untersuchung werden wir dann zunächst ein gründliches Anamnesegespräch mit Ihnen führen, um die Vorgeschichte und die aktuellen Beschwerden Ihres Pferdes genau zu erfassen. Danach erfolgt eine allgemeine klinische Untersuchung Ihres Pferdes sowie eine eingehende Untersuchung des Atmunsapparates, um den aktuellen Gesundheitsstatus zu überprüfen und sicherzustellen, dass einer Sedierung nichts entgegensteht. Je nach klinischem Bild führen wir außerdem eine weiterführende Untersuchung nach Belastung (an der Longe) durch.

Für die anschließende Bronchoskopie wird Ihr Tier im Stehen sediert. Sobald die Sedierung ausreichend wirkt, wird das Bronchoskop vorsichtig über die Nüster bis zum Kehlkopf und in die Luftröhre eingeführt und bis zur Aufzweigung der Hauptbronchien vorgeschoben. So können wir die Schleimhäute beurteilen, Veränderungen erkennen und beispielsweise die Menge und Beschaffenheit von Sekret in den Atemwegen genauer einschätzen sowie Sekretproben zur weiteren Diagnostik entnehmen.
Im Rahmen einer bronchoalveolären Lavage (BAL) wird zusätzlich eine kleine Menge steriler Flüssigkeit in einen tieferen Bereich der Lunge eingebracht und anschließend wieder abgesaugt. Die dabei gewonnenen Zellen und Bestandteile werden in einem darauf spezialisierten Labor untersucht und liefern wertvolle Hinweise in Bezug auf Ursache und Ausmaß der Erkrankung sowie mögliche Therapieoptionen.

Nach Abschluss der Bronchoskopie sollte Ihr Pferd aufgrund der Sedation etwa 1-2h nüchtern bleiben.

Wird eine Lungenspülprobe immer zusätzlich durchgeführt?

Nein, eine Lungenspülprobe (BAL, bzw. brochoalveoläre Lavage) wird nicht bei jeder Bronchoskopie automatisch durchgeführt. In vielen Fällen ist sie jedoch eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Untersuchung, da sie eine genauere Beurteilung der tieferen Atemwege und der dort vorliegenden Entzündungsprozesse ermöglicht. Die Ergebnisse können dabei aussagekräftiger sein als die alleinige Untersuchung des Tracheobronchialsekrets – insbesondere dann, wenn in der Luftröhre kein oder nur wenig Sekret vorhanden ist.

Ob eine BAL durchgeführt wird, entscheiden wir individuell anhand des klinischen Bildes und der Befunde während der Bronchoskopie. Bei größeren Mengen an zähem Sekret in der Luftröhre kann beispielsweise von einer BAL abgesehen werden, um dieses Sekret nicht in die tieferen Atemwege zu verlagern. Auch bei anderen individuellen Befunden kann es sinnvoll sein, auf die Durchführung zu verzichten.

Die BAL ist somit eine wertvolle Ergänzung zur Bronchoskopie, wird aber nicht grundsätzlich bei jedem Pferd durchgeführt.

Was muss ich VOR einer Bronchoskopie beachten?

Ihr Pferd muss für eine Bronchoskopie nicht nüchtern sein. Die Fütterung kann grundsätzlich wie gewohnt erfolgen.

Falls Ihr Pferd bereits wegen seiner Atemwegserkrankung behandelt wird, sollte die weitere Medikation vor der Untersuchung individuell mit uns abgestimmt werden. Je nach Fragestellung kann es sinnvoll sein, bestimmte Medikamente vor der Bronchoskopie vorübergehend abzusetzen oder die Behandlung wie gewohnt fortzuführen. Bitte verändern Sie eine bestehende Therapie daher nicht eigenständig, sondern besprechen Sie dies im Vorfeld mit uns.

Wie viel Zeit muss ich für den Termin einplanen?

Die Dauer einer Bronchoskopie hängt davon ab, ob die Untersuchung in Ruhe oder nach einer Belastung durchgeführt wird und ob zusätzlich eine bronchoalveoläre Lavage (BAL) vorgenommen wird. In der Regel sollten Sie für die Untersuchung etwa ein bis zwei Stunden einplanen.

Bitte beachten Sie, dass das Pferd aufgrund der Sedation nach Abschluss der Bronchoskopie noch etwa 1-2 Stunden nüchtern bleiben sollte und nicht sofort zurück in die Herde gestellt werden kann.